Mittwoch, 26. Juli 2017

„Schreiben nach Hören“ steht in NRW vor dem Aus

Düsseldorf - NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) lehnt das Verfahren "Schreiben nach Hören" für Grundschüler grundsätzlich ab. "Das werden wir uns genau ansehen. Ich bin keine Freundin dieser Methode", sagte Gebauer unserer Zeitung. "Schreiben nach Hören" sei nur für Erstklässler sinnvoll, "nach dem Motto: Komm, schreib doch einfach mal was auf". "Danach ist diese Methode nicht mehr zielführend", sagte sie, "gerade für Kinder mit Migrationshintergrund." Gebauer kündigte an: "Ich werde mir ansehen, wie andere Bundesländer damit umgehen. Dann treffen wir zügig eine Entscheidung." Nach Informationen unserer Zeitung soll es in den nächsten Monaten einen Vorstoß geben.

Sonntag, 9. April 2017

Lob der Autorität

Angelina ist überzeugt, dass sie krank ist. Dyskalkulie lautet die Diagnose, mit der die Achtklässlerin zu Kinderpsychiaterin Elke Möller-Nehring in Erlangen ­geschickt wurde. Das Mädchen leidet an Ängsten, will nicht mehr in die Schule gehen, weil es glaubt, seine Defizite sowieso nicht mehr aufholen zu können. Vom Gymnasium wechselte sie auf die Realschule – doch das Grundproblem blieb. „Was Angelina fehlt, ist die kleinschrittige Anleitung, wie sie zu Lösungen kommt“ sagt Medizinerin Möller-Nehring. „Eigentlich lernt man das in der Grundschule.“

Donnerstag, 6. April 2017

Bayern kehrt zum neunjährigen Gymnasium (G9) zurück

München - Bayern kehrt zum neunjährigen Gymnasium (G9) zurück. Mit dieser Entscheidung haben die CSU-Landtagsfraktion und die Staatsregierung am Mittwoch einen Schlussstrich unter jahrelange Diskussionen und teils heftigen internen Streit gezogen. Start der Reform soll zum Schuljahr 2018/19 sein, für die Klassenstufen fünf und sechs. Die jetzigen Viertklässler, die in diesem Herbst aufs Gymnasium wechseln, werden also der erste Jahrgang des neuen G9 sein. Schüler sollen aber die Möglichkeit haben, die elfte Klasse auszulassen und weiterhin in acht Jahren zum Abitur zu kommen.

Dienstag, 7. Februar 2017

Weniger wäre mehr - Eltern kritisieren das NRW-Inklusionsgesetz

Nordrhein-Westfalen. Stefan Ilchmanns Sohn ist acht Jahre alt, und er hat Angstzustände und wenig Selbstbewusstsein. Er leidet an einer sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung. Der kleine Junge kam als Dreijähriger aus Haiti, wo er das Erdbeben 2010 überlebt hatte. „Deutsch hat er in einem Jahr gelernt“, sagt Adoptivvater. „Er hat Inselbegabungen und ist intelligent.“ Doch mit den Anforderungen der Grundschule kam der Kleine nicht klar. „Er stand mit sechs Jahren auf dem Tisch und hat die Lehrer angeschrien.“ Schon bei der Aufforderung „Nehmt die Federmäppchen aus der Tasche“ habe er abgeschaltet. Zwei Grundschulen versuchte die Familie, dann schickte sie den Sohn auf eine Förderschule. „Seitdem ist er glücklich und bringt sehr gute Leistungen.“ Statt 30 Kindern seien in der Klasse nur 8, sie würden ganztägig von Sonderpädagogen betreut. „Das gab es in der Grundschule nicht.“

Sonntag, 5. Februar 2017

Jeder Vierte studiert nur zum Schein

DÜSSELDORF. Die Universität Düsseldorf schätzt, dass etwa 8000 Studierende nur wegen des Semestertickets eingeschrieben sind. Bei einer Gesamtzahl von etwa 30 000 Studierenden macht das einen Anteil von 26,6 Prozent aus. Die Studierenden der Uni Düsseldorf müssen etwa 110 Euro für das Semesterticket entrichten. Im Vergleich dazu kostet ein Abo für das Monatsticket "Ticket2000" in der günstigsten Preisstufe monatlich knapp 67 Euro und maximal 171 Euro. Beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) sieht man die Unis in der Pflicht. Die Hochschulen haben laut NRW-Wissenschaftsministerium keinen unmittelbaren Vorteil durch höhere Studierendenzahlen. An der Uni Köln sei das Problem der Scheinstudenten nicht erheblich, teilte die Hochschule mit. Die meisten Studiengänge seien zulassungsbeschränkt. Die Uni Bonn versucht durch eine möglichst enge Betreuung zu vermeiden, dass Personen an der Uni eingeschrieben sind, aber eigentlich nicht studieren.

Dienstag, 17. Januar 2017

Die erschreckenden Bildungsdefizite junger Deutscher

Deutschland. Auf den ersten Blick ist es um die Bildung in Deutschland gut bestellt. Inzwischen haben 53 Prozent der Schulabgänger eine Studienberechtigung. Das einst elitäre Gymnasium ist zur beliebtesten Schulform avanciert. Und die Jugendarbeitslosigkeit liegt mit sieben Prozent auf einem erfreulich niedrigen Niveau. Doch die positiven Zahlen täuschen. Wie eine der „Welt“ vorliegende Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung zur „Studierfähigkeit und Ausbildungsfähigkeit“ zeigt, wurde die politisch gewollte Inflation der Bildungsabschlüsse mit einer dramatischen Absenkung der Anforderungen erkauft.

Samstag, 14. Januar 2017

Fake-Abitur: Hamburger Schulsenator schönt Abiturnoten

Hamburg. Dass es die Genossen mit Fairness nicht so genau nehmen, kann man derzeit in Hamburg bewundern. Dort fälscht der derzeitige Schulsenator, Ties Rabe (SPD) derzeit Abiturnoten. Weil Hamburger Gymnasiasten dann, wenn die Aufgaben einer Mathematikklausur nicht dem Hamburger Standard, sondern einem allgemein vergleichbaren Standard entsprechen, miserabel und mit einem Notenschnitt von 3,9 abschneiden, hat der Schulsenator kurzerhand beschlossen, das Abitur in Hamburg zu schönen und die Noten, die auf dem Abiturzeugnis stehen, so zu fälschen, dass nicht die tatsächliche Leistung der Schüler abgebildet wird, sondern eine geschönte. Denn: Die miserable Klausur, die 40% der Endnote des Halbjahres ausmacht, wird um 3 Abiturpunkte, also um eine Note besser bewertet als es der Leistung des entsprechenden Schülers entspricht.